Portfolio | 3D | WannSeePalast

Wannseepalast 3D-Visualisierung

Hier habe ich für den bekannten zehlendorfer Komponist Rolf Bauer seine Vision eines Seetheaters umgesetzt.

3D Visualisierungen, Ilustrationen, Compositing und Film.

Es sieht ein bisschen so aus, als schwimme die Reichstagskuppel auf dem Wannsee. Oder auch ein gelandetes Ufo. Tatsächlich ist es ein schwimmendes Amphitheater, das bereits beim Patentamt als "WannSeePalast" eingetragen ist. Eines Tages könnte dort Wagner auf dem Wannsee erklingen oder "Frau Luna" von Paul Lincke - das zumindest ist die Vision des Komponisten Rolf Bauer.

Der Zehlendorfer betreibt vier Synchronateliers in Berlin. Aus seiner Feder stammen unter anderem Schlager für Milva und die Musik zu der Fernsehserie "Drei Damen vom Grill". Auf die Idee mit dem Wannseepalast hat ihn eigentlich seine Tochter Julia gebracht. Die Sopranistin hatte vor Jahren ein Operetten-Engagement in Österreich. In Mörbisch, 60 Kilometer südlich von Wien, stand sie mitten auf dem Neusiedler See auf einer schwimmenden Bühne. Die Zuschauer verfolgten vom Land aus das Geschehen auf dem Wasser. Julia Bauer war so begeistert, dass sie ihren Vater bat, sich die "Seebühne", die im Sommer täglich 6200 Zuschauer anlockt, unbedingt anzusehen. Der Funke sprang sofort über. Solch ein Mekka der Operette muss es auch in Berlin geben, dachte sich Rolf Bauer. Schon lange hatte er bedauert, dass Operetten, vor allem auch von jüdischen Komponisten, wie Paul Abraham, in der Hauptstadt nicht gepflegt werden - ganz einfach weil es kein Operetten-Haus mehr gibt. Aber nicht nur Abrahams "Blume von Hawaii", auch der "Fliegende Holländer" von Richard Wagner sollen die Zuschauer anlocken. "Wagner zieht ein internationales Publikum, das aus der ganzen Welt angereist kommt", sagt der agile 69-Jährige. Um seine Idee zu veranschaulichen, hat Bauer einen Trailer produziert, für den er auch die Musik komponiert hat. Darin erscheint die Realisierung so einfach wie überraschend: Man nehme einen schwimmende Tribünenkonstruktion, die mit eingebauten Rängen bis zu 10 000 Zuschauer fassen kann und einen Steg, der aufs Wasser führt. Diese Konstruktion ordne man in Hufeisenform an. Dazu kommt in der Mitte das Bühnenschiff. Das Besondere daran ist, dass es variabel einsetzbar ist: "Am Morgen kann dort ein Autohersteller sein neuestes Modell präsentieren, nachmittags ein Musical für junge Leute gespielt werden und am Abend eine Berliner Operette oder eine Deutsche Oper", sagt Bauer. Das Bühnenschiff könnte auch durch ein mit Wasser gefülltes schwimmendes Becken ersetzt werden. Das wäre dann für Wassersport-Veranstaltungen, wie Turmspringen, geeignet. Rolf Bauer sprüht vor Ideen. Über Jahre hat er an seinem "Seepalast" gefeilt - verworfen, verändert, vervollkommnet. Jetzt hält er das Projekt für ausgereift. Er geht zur rechten Zeit an die Öffentlichkeit: Gerade haben die Berliner Bäderbetriebe das Strandbad Wannsee ausgeschrieben. Sie suchen einen privaten Pächter, der gleichzeitig in das Bad investiert, mit dem Ziel, es zum Wellness-, Freizeit- und Eventstandort auszubauen. Auch Rolf Bauer braucht einen Investor. Für eine kleinere Version, ab 3000 Zuschauer, rechnet er mit Kosten 1,5 Millionen Euro. Lieber wäre ihm aber, gleich richtig zu investieren. Dann müssten mehrere Millionen in die Stahlträger-Kuppel, die bei Regen abgedichtet werden kann und in den Aufbau der Ränge fließen. So könnte es sogar das ganze Jahr über Veranstaltungen auf dem Wannsee geben. Das wäre Bäderchef Klaus Lipinsky recht. Er möchte gern dass Strandbad Wannsee das ganze Jahre offen halten. Von Bauers Idee ist er auf jeden Fall angetan. "Das wäre eine tolle Attraktion für das Strandbad", sagt Lipinsky. Geld allerdings hat er auch nicht dafür. Er könnte sich aber vorstellen, dass das Projekt den künftigen Pächter interessieren könnte. Auch im Bezirk wurde schon über den Seepalast diskutiert. Erik Schrader (FDP) hatte die Debatte mit einer Anfrage in der Bezirksverordnetenversammlung ausgelöst. Er hält das Ganze für "eine relativ verrückte Idee" und ein "echtes Millionenprojekt". Trotzdem finde er es spannend und unterstützenswert. Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf steht hinter dem Projekt. Man unterstütze es grundsätzlich", sagt Kulturstadträtin Cerstin Richter Kotowski (CDU). Das Vorhaben werde als Bereicherung des touristischen und kulturellen Bereichs im Bezirk angesehen. Auch seitens der Bauaufsicht erscheine das Projekt vorstellbar, so die Kulturstadträtin. Rolf Bauer hat nach eigenen Aussagen noch mehr Kulturschaffende und Politiker begeistern können. Darunter den Chef der Berlin-Tourismus-Marketing GmbH, Hanns-Peter Nerger. Auch die 15-jährige Enkelin Alina nutzte einen Empfang im Rahmen eines chinesischen Schüleraustauschs bei Klaus Wowereit (SPD), um den Regierenden Bürgermeister von Opas Projekt zu erzählen. Die 15-Jährige hofft, dass er sich kümmert.

  • Date: 2007
  • Categories: 3D Visualisierung und Film
  • Client:Rolf Bauer

Letzte Projekte2D-, 3D, Video und Musik